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    „Ich glaube nicht an den Widerspruch von Wirtschaft und Umweltschutz. Mein Job zeigt, wie gut sich beides miteinander verbinden lässt.“
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    „Wir können nicht mehr weitermachen wie früher. Zukunftsfähige Planung bedeutet, dass Politik und Gesellschaft gemeinsam nach nachhaltigen Ideen suchen.“
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    „Technik, Digitalisierung und Kommerz sind nicht die Feinde der Umwelt. Ich jedenfalls will in meinem Beruf nicht gegen, sondern für das Klima arbeiten.“
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Jobs mit Sinn im Familienunternehmen

Interview: Stefanie Herzog

Ob bei Limonade, Wasser oder Bier – als Deutschlands größte Biobrauerei setzt die Neumarkter Lammsbräu auf eine ökologische Produktion. Und mehr noch: Das Familienunternehmen achtet auch darauf, dass seine Beschäftigten die Liebe zur Umwelt teilen und die eigenen Werte an die Auszubildenden weitergegeben werden. Worauf es der Neumarkter Lammsbräu dabei ankommt und was sie Einsteiger*innen, aber auch erfahrenen Fachkräften zu bieten hat, berichtet die Personal- und Organisationsleiterin Melanie Rothenwolle im Interview.

Netzwerk Grüne Arbeitswelt:Jobs mit Sinn“ stehen bei der Generation P (Purpose) hoch im Kurs: Ist das Modell Familienunternehmen gerade deshalb top aktuell?

Melanie Rothenwolle: Ich bin der Meinung, dass der Wunsch nach „Jobs mit Sinn“ nicht zwingend mit einer Generation verbunden ist. Als Familienunternehmen wünscht man sich natürlich, dass alle Mitarbeiter*innen für die Sache „brennen“, weil die Inhaber*innen – die Familie – selbst für sein Unternehmen, seine Ideale und Werte steht. Wenn ein Familienunternehmen seine Positionierung und diese Werte klar benennt und kommuniziert, schafft es eine ganz andere Verbindung zu seinen Mitarbeiter*innen, vielleicht kann man hier auch von emotionaler Beschäftigungsbindung sprechen, in Form von „Stolz sein, bei diesem Unternehmen zu arbeiten“ und „seinen eigenen sinnvollen Beitrag zu sehen“. Das Warum hat eine Antwort. Dies wirkt natürlich auch positiv im Personalmarketing und Recruiting.

Was ist der Vorteil einer transparenten Personalentwicklung?

Der Vorteil ist klar der, dass man dort ansetzt, wo auch wirklich der Bedarf deutlich wird. Bei der Neumarkter Lammsbräu ist Personalentwicklung eng verbunden mit der Organisationsentwicklung. Denn das eine bedingt das andere. Durch den Wandel der Arbeitswelt, geprägt durch die Digitalisierung, muss man gerade im Mittelstand Personalentwicklung immer wieder neu denken. Sie muss dabei zielgerichtet und nachhaltig sein, um sich auf die Herausforderungen einer digitalisierten, stark veränderten Arbeitswelt einzustellen. Die Aufgabe einer transparenten Personalentwicklung ist es auch, die Unternehmensstrategie in die Personalentwicklung zu übertragen, die Unternehmenskultur so positiv zu fördern, dass die Akzeptanz von Veränderungen und eine lebenslange Bereitschaft zum Lernen angeregt wird.

Fragen Nachwuchskräfte gezielt nach flexiblen Arbeitszeitmodellen? Welchen Stellenwert hat das für die Bindung von Beschäftigten?

Der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeitmodellen zieht sich mittlerweile durch alle Beschäftigtenschichten. Dahinter stecken Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Schaffen von Freiräumen, aber auch die eigenverantwortliche Verteilung der Arbeitszeit. Für die Bindung von Beschäftigten, aber auch für die Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität in Bezug auf die Mitarbeiter*innengewinnung, haben flexible Arbeitszeiten einen hohen Stellenwert. Dies haben wir erkannt und erarbeiten gerade in einem Projekt Arbeitszeitmodelle für alle Bereiche, die wir unserer Belegschaft und zukünftigen Mitarbeitenden anbieten können. Dabei berücksichtigen wir sowohl die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter*innen als auch die Arbeitsorganisation, um hier eine win-win-Situation für Unternehmen und Beschäftigte zu schaffen.

Wie unterscheidet sich die Produktion bei Lammsbräu von konventionellen Betrieben?

Für die Herstellung unserer Getränke werden ausschließlich Rohstoffe aus ökologischem Anbau und überwiegend aus der Region verwendet. Dabei setzen wir bereits seit über 30 Jahren auf das Prinzip „Partnerschaft auf Augenhöhe“. Mit unserer Erzeugergemeinschaft für Ökologische Braurohstoffe (EZÖB), die mittlerweile über 170 Landwirt*innen umfasst, profitieren beide Seiten nicht nur wirtschaftlich voneinander, sondern gehen auch in den Austausch miteinander, um Qualität und Umweltschutz gemeinsam noch weiter voranzubringen. Qualität spielt in der Produktion eine bedeutende Rolle, z.B. verarbeiten wir statt den heute üblichen Hopfenpellets oder Hopfenextrakt ganze Dolden, so dass keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. Auch stellen wir unser Malz in unserer hauseigenen Mälzerei selbst her. Unser Standpunkt: Als Familienunternehmen und Pionier setzen wir uns durch unsere Liebe zu Produkt, Natur und Mensch in einem wertschätzenden Miteinander konsequent für die Verbindung von höchstem Genuss, ökologischem Landbau und enkeltauglichem Leben ein.

Unterscheidet sich auch die Ausbildung bei Lammsbräu von der Ausbildung in einem konventionellen Betrieb?

Ich würde schon sagen, dass sich die Ausbildung bei der Lammsbräu von der Ausbildung in einem konventionellen Unternehmen unterscheidet. Wir legen nicht nur Wert auf die Vermittlung der fachlichen Anforderungen eines Ausbildungsberufes durch ernannte Azubi-Verantwortliche in den einzelnen Bereichen, sondern auch auf die Vermittlung von Werten, gesellschaftlichen Aspekten und geben den Auszubildenden damit ein Stück weit mit, wie sie sich selbst in nachhaltig positive Veränderungen einbringen können. Unsere Auszubildenden sind mit ihrem Beitrag, z.B. aktuell in unserem Azubi-Projekt „Nachhaltiges Geburtstagsgeschenk für Mitarbeiter*innen“ und ihrer Person wichtiger Bestandteil der Belegschaft und Mitgestaltende der gemeinsamen Entwicklung der Neumarkter Lammsbräu.

Welche Einstiegsoptionen gibt es bei Ihnen für akademische Fachkräfte, sowohl in der Einstiegsphase als auch für erfahrenere Fachkräfte?

Ab April 2021 führen wir in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL) erneut ein Traineeprogramm im Bereich Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft durch. Dieses Traineeprogramm beinhaltet ein einjähriges, berufsbegleitendes Ausbildungsprogramm für Fach- und Führungskräfte in der Biobranche. Diese Kooperation ermöglicht es uns, zielgerichtet bestmögliche Fachkräfte z.B. für unseren Bereich „Nachhaltigkeitsmanagement“ zu gewinnen. Aber auch erfahrene Fachkräfte, für die ökologische Nachhaltigkeit nicht nur eine Floskel ist und die sich mit unserer Unternehmensphilosophie identifizieren können, sind bei uns willkommen.

Frau Rothenwolle, herzlichen Dank für das Gespräch.

 

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