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    „Ich glaube nicht an den Widerspruch von Wirtschaft und Umweltschutz. Mein Job zeigt, wie gut sich beides miteinander verbinden lässt.“
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    „Wir können nicht mehr weitermachen wie früher. Zukunftsfähige Planung bedeutet, dass Politik und Gesellschaft gemeinsam nach nachhaltigen Ideen suchen.“
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    „Technik, Digitalisierung und Kommerz sind nicht die Feinde der Umwelt. Ich jedenfalls will in meinem Beruf nicht gegen, sondern für das Klima arbeiten.“
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    „Wir können die Umwelt nur schützen, wenn wir wissen, wie sie funktioniert. Mein Job ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für grüne Lösungen zu schaffen.“

Wie eine neue Perspektive Leonie zu ihrem Traumjob brachte

Gastbeitrag: Leonie Gommans, Trainee beim Netzwerkmitglied Croozer GmbH

„Ich bin angekommen. Ich habe endlich das gefunden, was ich mir gewünscht habe“, sagt Leonie Gommans. Sie macht eine nachhaltige Ausbildung als Marketingkommunikationskauffrau bei Croozer in Hürth und hat sich mit den Fragen beschäftigt: Passen Nachhaltigkeit und Marketing zusammen? Und gibt es überhaupt „nachhaltige Ausbildungen“?

2019 habe ich mein Abitur gemacht – in einer Zeit, in der fridaysforfuture gerade seine Hochphase hatte. Und es hat mich total mitgerissen. Ich wusste schon immer, dass ich später einmal einer Arbeit mit tieferem Sinn nachgehen möchte. Etwas, das ich nicht nur für mich und meine Finanzen tue, sondern das auch einen allgemeinen Mehrwert hat. Nach meinem Abitur wusste ich dann, wie dieser Mehrwert aussehen sollte: ökologische Nachhaltigkeit. Irgendwie habe ich auch in unserer Generation eine Art Verantwortung gesehen, unseren beruflichen Werdegang so zu gestalten, dass die Erde nicht weiter darunter leidet. Es besser zu machen als die Generationen vor uns.
 
Erst einmal wollte ich arbeiten, mir ein bisschen Geld verdienen. Auch dabei durfte der Nachhaltigkeitsaspekt natürlich nicht fehlen. Mein erstes Gehalt verdiente ich mir dann in einem bekannten Naturkosmetikladen, der auch in Herstellung und Vertrieb den Umweltschutz stets berücksichtigt. Aufgrund der Coronapandemie musste ich mir einen neuen Job suchen, in dem leider weniger nachhaltig gewirtschaftet wurde. Für mich war das aber trotzdem gut, denn es hat meinen Wunsch noch mehr gefestigt, schon in den ersten Schritten meines weiteren Werdegangs nachhaltig zu wirken. Kurz danach habe ich aber erst einmal ein Studium begonnen: „Umwelt – und Betriebswirtschaftslehre“. Inhaltlich fand ich das Studium super spannend, jedoch habe ich nach einem Semester Online-Vorlesungen festgestellt, dass ich die Theorie am liebsten sofort in die Praxis umsetzen möchte und mir eine Ausbildung daher besser liegen würde.

Es kommt auf den Kontext an

 
Aber meine Suche nach nachhaltigen Ausbildungsberufen hat mich erst einmal ganz schön verzweifeln lassen. Immer wieder stieß ich auf Ausbildungen in der Landwirtschaft, in der Natur oder in der Forschung. Das sind alles sehr interessante Ausbildungsberufe, aber ich habe ich mich mehr im Büro gesehen. Aber wie soll eine Ausbildung im Büro nachhaltig sein? Nach und nach entwickelte sich in mir dann eine wichtige Erkenntnis: Eigentlich kann jeder Ausbildungsberuf nachhaltig sein. Es kommt auf den Kontext der Stelle an! Zum Beispiel könnte man in der Ausbildung zur Chemikantin in einer Anlage arbeiten, in der man Plastik recycelt. Eine Ausbildung zum Bankkaufmann könnte in einer „grünen“ Bank stattfinden und eine angehende Industriekauffrau absolviert ihre Ausbildung im Büro eines nachhaltig wirtschaftenden Unternehmens.
 
Diese Liste kann man ins Unendliche weiterführen. Der Nachhaltigkeitsaspekt in manchen Ausbildungsberufen ist eben nicht immer direkt offensichtlich! Auch eine Ausbildung als Busfahrer oder Zweiradmechanikerin unterstützt die nachhaltige Mobilität. Eine Ausbildung bei einem Entsorgungsunternehmen besitzt ebenso einen ökologischen Mehrwert. Natürlich kann man seine Ausbildung auch als eine grundlegende Wissensvermittlung sehen und sein Erlerntes erst nach der Ausbildung in einen „grünen Kontext“ setzen. Das hat mir aber nicht gereicht. Meine Ausbildung sollte von Beginn an nachhaltig sein. Ich durfte also nicht engstirnig denken und davon ausgehen, dass grüne Ausbildungsberufe nur im Grünen stattfinden.

Von der Krise zur Mission

 
Aber welchen Ausbildungsberuf wollte ich nun „ins Grüne“ ummünzen? Zur Zeit meiner Ausbildungssuche war ich oft ziemlich enttäuscht oder ratlos, habe mich verloren gefühlt, in einer Gesellschaft, die die Klimakrise einfach nicht wahrhaben wollte. In einer Zeit, in der man beschimpft worden ist, wenn man sich auf der Straße laut für die Erde eingesetzt hat. Ich habe mich oft gefragt, wie man Menschen abholen kann, die mit Klimaschutz nichts am Hut haben. Ja letztendlich, wie man Klimaschutz für alle „schmackhaft“ machen kann. Mein persönliches Bedürfnis war also zu diesem Zeitpunkt, den Umweltschutz für alle attraktiv zu machen – ihn schlichtweg zu vermarkten. Da ich mein Schülerpraktikum damals in der Marketingabteilung eines großen Konzerns gemacht habe, merkte ich schnell, dass dies auch mein Ausbildungsberuf sein könnte. Zusammengefasst: Ich wollte eine Ausbildung zur Marketingkommunikationskauffrau machen, in der ich den Umweltschutz vermarkten kann.
 
Und dann bin ich bei meiner Suche nach Ausbildungsplätzen auf eine Stelle gestoßen, die genau auf mich zugeschnitten war. Croozer – ein Unternehmen in Hürth bei Köln suchte eine*n Auszubildende*n für Marketingkommunikation mit Interesse an Nachhaltigkeit. Croozer produziert hochwertige Fahrradanhänger mit einer Vision: Die Mobilitätswende zum Schutz der Umwelt voranbringen. Während meiner Recherche über das Unternehmen fand ich dann heraus, dass nicht nur der Nutzen der Fahrradanhänger nachhaltig ist, sondern dass sich Croozer momentan auch im Wandel zum nachhaltigen Wirtschaften befindet. Das bedeutete für mich, ein Unternehmen gefunden zu haben, welches nicht nur einer marketinggetriebenen Zeiterscheinung folgt, sondern das Thema Nachhaltigkeit mit ernsten Absichten angeht. Ich habe mich sofort beworben. Nach dem Probearbeiten habe ich dann die Zusage erhalten. Und jetzt, sechs Monate später, weiß ich, dass diese Ausbildung genau das ist, was ich machen wollte. Hier kann ich aktive Mitgestalterin eines Wandels sein und arbeite in einem Team für dieselbe nachhaltige Vision: Umweltschutz. 

Findet euren eigenen Weg!

 
In der Zeit nach meinem Abitur, in der ich einfach nicht wusste, wie ich meine Lebenseinstellung Nachhaltigkeit in meinen Werdegang integrieren kann und mich oft verzweifelt gefragt habe, wie ich die Suche angehen und nach was ich überhaupt suchen sollte – da hätte ich gern eins gewusst: Es gibt nicht DIE nachhaltige Ausbildung. Fühle Dich in der Wahl Deines Ausbildungsberufes frei und suche dann einen Weg, wie du diesen in einen nachhaltigen Kontext setzt. Sei es in einem nachhaltigen Unternehmen, erst nach der Ausbildung oder bei etwas, das zwar nicht als nachhaltig deklariert wird, aber auf den zweiten Blick durchaus zum Umweltschutz beiträgt. In der Ausbildung in einem klassischen Beruf und in einem nicht nachhaltigen Konzern ist es auch durchaus denkbar, sich als Ziel zu setzen, Nachhaltigkeit intern voranzutreiben. Wer weiß, vielleicht bekommst Du dann ein eigenes Projekt zugeteilt! Du darfst also nicht engstirnig denken, denn: Grüne Berufe finden nicht nur im Grünen statt und grüne Berufe sind manchmal auch erst auf den zweiten Blick grün.
 

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