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Mädchen aus Vogelperspektive sitzt vor Wiese

Herausforderungen, Ansätze und Gelingensbedingungen

Gastbeitrag: Dr. Pia Spangenberger, Technische Universität Berlin

Das Wort „grün“ wird im Kontext der Berufswahl vielfältig verwendet. Lange Zeit wurden damit Berufe aus dem Bereich der Landwirtschaft bezeichnet wie Land- oder Forstwirt/in. In den letzten Jahren wurde die Bezeichnung „grüne Berufe“ auch im Zuge der Energiewende benutzt und Berufe, die einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisteten, werden mittlerweile als „grün“ bezeichnet.

Zwei Definitionen, die sich dem Begriff annähern, finden sich auch beim International Labour Office (2016) und ein etwas aktuellerer Ansatz bei Janser (2018):

 

Green tasks are the explicitly environmentally friendly occupational requirements related to the production of output (goods and services) and to any other organizational process. These requirements may be related to all steps along the entire value chain. This includes knowledge areas, technologies and practices to reduce the use of fossil fuels, to decrease pollution and greenhouse gas emissions, to increase the efficiency of energy usage and material usage, to recycle materials, to develop and adopt renewable sources of energy, to protect and promote biodiversity (Janser, 2018).

 

Anhand der Definitionen wird deutlich, dass sich grüne Tätigkeiten dem gesellschaftlichen Ziel verschreiben, negative Auswirkungen auf das Klima zu vermeiden bzw. ökonomisch, ökologisch und sozial verträglich zu sein.

Für viele junge Menschen hat Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz an Bedeutung gewonnen. Sie möchten etwas sinnvolles tun – auch in beruflicher Hinsicht, stehen nun aber vor der Herausforderung, einen Beruf und einen passenden Arbeitgeber zu identifizieren, der diesen Kriterien entspricht. Und das ist nicht immer leicht, obwohl berufliche Tätigkeiten in Deutschland zunehmend „grüner“ werden, wie die Studie „The greening of jobs in Germany“ (Janser 2018) nachweisen konnte. Ob der gesamte Produktionszyklus eines Unternehmens beispielsweise vollständig umweltfreundlich ist, ist für jugendliche Berufswählerinnen und Berufswähler kaum zu beantworten. Ein weiteres Problem ist die Tendenz, grüne Tätigkeiten im Bereich Technik zu verorten. Grüne Berufe müssen aber nicht zwingend technischer Natur sein. In einem Modellvorhaben des Bundesinstituts für Berufsbildung wurde zum Beispiel untersucht, inwiefern auch kaufmännische Berufe einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten.

Eine „grüne“ Berufsorientierung hat zum Ziel, die Motivation junger Menschen aufzugreifen und sie dabei zu unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsorientierung beruflich zu verwirklichen. Sie greift ökologische und soziale Themen auf und informiert über berufliche Tätigkeiten in der grünen Arbeitswelt. Das kann auf unterschiedlichste Weise geschehen – im Fachunterricht, zum Beispiel durch ein Solarexperiment, bei einer außerschulischen Klimaaktion, durch ein Praktikum in der Green Economy oder, der Klassiker, bei einem Besuch in einem Berufsinformationszentrum. Allen Ansätzen gemein sind die begrenzte Zeit und die bewusste Ausrichtung auf das Thema Berufsorientierung und Nachhaltigkeit. Hier besteht die Herausforderung darin, in einer recht kurzen Phase über grüne Berufe zu informieren, im besten Fall sogar zu begeistern. Berufsorientierung findet aber nicht nur im Bildungskontext statt. Weitere Einflussfaktoren auf die Berufswahl, die quasi „im Hintergrund“ laufen, sind der Einfluss der Eltern, der Freundinnen und Freunde, Medien oder sonstige Erfahrungen im Rahmen der individuellen Sozialisation. Eine geplante, aktive Berufsorientierung in Form eines konkreten Angebots für Schülerinnen und Schüler kann demnach nur begrenzt Einfluss nehmen, und sollte daher möglichst zielgruppengerecht gestaltet sein und die individuelle Auseinandersetzung mit Berufen fördern.

 

Maßnahmen zur grünen Berufsorientierung benötigen sowohl eine spannende und zielgruppenspezifische Aufarbeitung, als auch eine intensive Nachbereitung, um Jugendlichen den Weg in einen grünen Beruf zu ebnen. Besondere Hilfestellung ist notwendig bei der Frage: Welche Tätigkeit ist grün und wie kann ich mich für sie qualifizieren?

 

Wie eingangs erwähnt, gibt es nicht den EINEN grünen Beruf, sondern eine Vielzahl an Berufen, die zum Klimaschutz beitragen können. Diese Berufe sind jungen Menschen (und häufig auch Eltern) nicht bekannt. Es ist daher mit hohen Informationskosten verbunden, sich über entsprechende Ausbildungs- oder Studiengänge zu informieren. Berufsorientierung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung muss daher im ersten Schritt die Branchen herauszustellen, die sich ökologisch und sozial vertretbaren Zielen widmen und in diesem Rahmen wirtschaften (siehe auch Kate Raworth, 2012). Danach sollten Ausbildungsabschlüsse und Studiengänge identifiziert werden, die für diese Branchen qualifizieren. Das Netzwerk Grüne Arbeitswelt bietet mit der Beschreibung von 16 grünen Berufsfeldern und der Zuordnung möglicher Ausbildungs-, Studien- und Weiterbildungsberufe zu diesen Feldern eine gute Orientierungsgrundlage für junge Menschen. Die Informationen sind gendersensibel aufgearbeitet und ermöglichen Jugendlichen einen anschaulichen, multimedialen Einblick in die grüne Arbeitswelt.

Aber Information allein reicht nicht aus. Im nächsten Schritt muss den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, die Qualifikationsanforderungen der dargestellten Berufe mit ihren individuellen Talenten, Neigungen und Interessen abzugleichen. Denn nur so finden sie einen Beruf, der zu ihnen passt und im besten Fall auch zum Klimaschutz beiträgt.

Literatur

Janser, M. (2018). The greening of jobs in Germany: First evidence from a text mining based index and employment register data (IAB Discussion Paper. Articles on labour market issues No. 14).

International Labour Office (2016). Green Jobs: Progress Report 2014-2015.

Raworth, K. (2012). A safe and just space for humanity. Can we live within the doughnut? Oxfam Discussion Paper.  

Spangenberger, P. (2018). Grüne Berufsorientierung. Vortrag 18.09.2018 beim "Netzwerk Grüne Arbeitswelt"

 

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