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DUO Mentoring – Durch Unterstützung Orientiert

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Mentoring zum Dranbleiben in der Ausbildung

In der beruflichen Ausbildung können viele Herausforderungen entstehen, am Arbeitsplatz, in der Berufsschule oder im persönlichen Umfeld. Darunter kann eine erfolgreiche Ausbildung leiden. Manchmal fehlt auch die Motivation oder eine Vorstellung davon, wozu sich die Anstrengung lohnt. Wie im alltäglichen Leben hilft es manchmal, eine andere Perspektive einzunehmen und Impulse von außen aufzunehmen, um Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Gastbeitrag: Kirsten Heininger, LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V.

In der heutigen Arbeitswelt besteht eine der größten Herausforderungen darin, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Dazu braucht es vor allem Menschen, die sich für eine Berufsausbildung entscheiden und diese erfolgreich abschließen. Doch laut Ausbildungsreport 2025 des Deutschen Gewerkschaftsbundes schließen rund 30 Prozent der Auszubildenden in Deutschland eine begonnene Ausbildung nicht ab. Hinzu kommt, dass die Voraussetzungen für Frauen und andere Geschlechter in männlich geprägten handwerklichen und technischen Ausbildungsberufen häufig schwieriger sind. Dies zeigt sich darin, dass der Anteil von Frauen in der dualen Berufsausbildung in den letzten Jahren weiter zurückgegangen ist, was den Verlauf der Ausbildung und den erfolgreichen Abschluss beeinflussen kann. Dies gilt insbesondere in Berufen, die für den Ausbau öffentlicher Infrastruktur sowie die ökologische Transformation relevant sind. Laut dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) stieg die Anzahl der rechnerisch nicht besetzbaren Stellen für Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Mentoring motiviert

Mentoring kann Ausbildung attraktiver machen und die Motivation bis zum erfolgreichen Abschluss stärken. Es unterstützt Auszubildende dabei, sich fachlich und sozial besser zu integrieren, indem sie neue Perspektiven auf den beruflichen Kontext gewinnen. So lassen sich persönliche Erwartungen mit der betrieblichen Realität abgleichen. Gleichzeitig kann Mentoring zur allgemeinen Zufriedenheit mit der Ausbildung betragen, indem beispielsweise Themen wie Über- oder Unterforderung in der Ausbildung, Gesprächskultur oder die Perspektive nach der Ausbildung mit einer externen Person besprochen werden. Mentor*innen wirken dabei als Role Models, deren Erfahrungen einen wertvollen Anker für die aktuelle Ausbildungssituation bieten.

DUO Mentoringprogramm von LIFE e.V.

Unser Mitglied LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V. hat ein Mentoring-Programm für Auszubildende im Rahmen des Landesprogramms Mentoring aufgebaut. Hierzu werden noch Auszubildende, die Unterstützung suchen und ehrenamtliche Mentor*innen mit Berufserfahrung gesucht.

Das Mentoring richtet sich an junge Frauen und andere unterrepräsentierte Geschlechter mit einem Ausbildungsvertrag. Der Fokus liegt auf handwerklichen, gewerblich-technischen und Zukunftsberufen. Trotzdem sind alle Geschlechter und alle Berufe und Branchen willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Das Mentoringprogramm startet April/Mai 2026, ein späterer Einstieg ist bei verfügbaren Plätzen möglich. Wer sich noch anmelden möchte, findet hier weitere Informationen zu Teilnahmemöglichkeiten am Programm DUO Mentoring.

DUO Mentoringprogramm

Was ist Mentoring für Auszubildende?

Mentoring beschreibt die Beziehung zwischen zwei Personen im beruflichen Kontext: Mentees, also Auszubildende, die Ziele erreichen möchten und erfahrene Mentor*innen, die Mentees auf diesem Weg beraten und unterstützen. Mentoring ist ein Instrument zur Nachwuchsförderung, bei der beide Seiten gleichermaßen davon profitieren. Mentees und Mentorinnen sollten die Beziehung freiwillig und gerne eingehen, offen aufeinander zugehen und die Inhalte von Gesprächen vertraulich behandeln.

Mentoring bezeichnet eine Methode des Wissenstransfers, die insbesondere in Unternehmen als Instrument der Personalentwicklung zum Einsatz kommt, aber nicht darauf beschränkt ist. Es gibt vielfältige Mentoring-Programme z.B. im universitären und Ausbildungsbereich, in spezifischen (Berufs-)Netzwerken und ähnlichen Kontexten. Auch in persönlichen Beziehungen kann Mentoring zum Einsatz kommen, wenn es sich als Methode zur Weitergabe von Erfahrungen und Wissen anbietet.

Mentoring ist im klassischen Sinne dadurch gekennzeichnet, dass eine erfahrene Person (Mentor*in) ihr Wissen und ihre Erfahrungen an eine weniger erfahrene Person weitergibt. Die erfahrene Person unterstützt die Mentee in ihrer Entwicklung, indem sie fachliches Wissen oder Erfahrungswissen weitergibt durch Austausch und Diskussion.

Die thematische Bandbreite ist nicht limitiert und kann von Ausbildung, Karriere und Freizeit bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung reichen. Beim informellen Mentoring knüpfen Mentee und Mentor*in selbst die Beziehung. Sie basiert auf Vertrauen und Wertschätzung. Bei formellen Mentoring-Programmen vermitteln Dritte den Kontakt und begleiten die Mentoring-Tandems. Das formelle Mentoring kann im Verlauf auch in ein informelles übergehen.

 

Wie gestaltet sich die Mentoring-Beziehung?

Die Ausgestaltung der Mentoring- Beziehung hängt von den individuellen Zielen und Bedürfnissen ab, die zu Beginn gemeinsam mit der Mentee festgelegt werden.
Häufige Themen und Inhalte sind:

  • Klärung der beruflichen Chancen im Unternehmen
  • Die Mentee erhält Einblicke in die Berufserfahrung der Mentorin
  • Unterstützung bei Entscheidungen und Umsetzung von Plänen
  • Zugang zu Netzwerken erhalten und Pflege von Beziehungen
  • Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz, z.B. Arbeitszeiten und -klima

 

Rolle und Aufgaben der Mentorin

In einer Tandem-Beziehung kann die Mentorin Beraterin, Coach, Türöffnerin und Vorbild sein.
Die Mentorin:

  • berät und unterstützt ihre Mentee bei der beruflichen und privaten Lebensplanung und gibt persönliche Erfahrungen weiter
  • unterstützt ihre Mentee dabei eigene Ziele und Lösungswege zu entwickeln
  • erkennt Entwicklungspotenziale und hilft Entscheidungen zu treffen
  • vermittelt Kontakte im Unternehmen und schafft Zugänge zu Netzwerken.
  • gewährt Einblicke in den beruflichen Alltag und informelle Strukturen und Regeln im Unternehmen