Meldung aus dem Norden

Fachkräftemangel im Klimahandwerk: Hamburgs Lösungen

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Runder Tisch von Umweltbehörde und Handwerkskammer

Fachkräftemangel im Klimahandwerk? Hamburg nimmt die Herausforderung an! Umweltbehörde und Handwerkskammer haben einen Runden Tisch gegründet, um Lösungen zu finden. Mit gezielten Kampagnen, Praktika für Studierende und Weiterbildungen für Lehrkräfte wird der Nachwuchs für spannende Klimaberufe begeistert. Hamburg setzt auf die Energiewende und schafft neue Perspektiven im Klimahandwerk.


Vertreter*innen der Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Fachleute aus der Praxis sind Teil des Runden Tisches, der gemeinsam ein Maßnahmenpaket erarbeitet hat, um neue Leute für Klimaberufe zu gewinnen. Die Bedeutung des Klimahandwerks für den Klimaschutz wird dabei von allen Beteiligten betont – die Solardachpflicht sowie die Pflicht zum Einbau erneuerbarer Energien beim Heizungstausch lässt eine Vielzahl von Aufträgen in Hamburg erwarten. Der große Bestand sanierungsbedürftiger Gebäude erfordert jedoch erheblich mehr Fachkräfte im Klimaschutzhandwerk als aktuell zur Verfügung stehen.

Darum hat der Runde Tisch verschiedene Lösungsansätze erarbeitet, die teilweise schon in der Umsetzung sind:

  • Kampagne für Klimaberufe zur Ansprache junger Menschen in der Berufsorientierung
  • Prüfung eines Pilotprojekts zur finanziellen Förderung von älteren Auszubildenden
  • Vermittlung von Nebenjobs und Praktika für Studierende
  • Weiterbildung und Qualifizierung von Lehrkräften
  • Einrichtung eines Beratungsnetzwerks für Weiterbildung und Fördermöglichkeiten, um Arbeitgeber*innen und Beschäftigten Unterstützung anzubieten.

Mit der Einrichtung des Runden Tisches ist ein erster Schritt getan, um das strukturelle Problem des Fachkräftemangels anzugehen. Politik, Praxis und Bildungseinrichtungen müssen ihre Anstrengungen jedoch weiter verstärken, um langfristig genügend Fachkräfte im Klimahandwerk zur Verfügung zu haben. Nur so kann die Energiewende in Hamburg erfolgreich vorangetrieben werden.

Weitere Informationen zum Runden Tisch finden sich hier.

Zum Hintergrund:

Im Hamburger Klimaschutzgesetz ist unter anderem vorgesehen, dass ab dem Jahr 2023 in Neubauten in Hamburg verpflichtend Photovoltaikanlagen auf den Dächern installiert werden müssen (bekannt als „Solardachpflicht“). Für Bestandsgebäude, bei denen das Dach komplett erneuert wird, tritt diese Verpflichtung ab dem Jahr 2025 in Kraft. Seit Mitte 2021 besteht zudem die Anforderung, dass bei einem Heizungstausch ein Mindestanteil der erzeugten Wärmeenergie aus erneuerbaren Quellen stammen muss.